Ich. Literarisch, emotional, echt.

Weinnichtnachten

Und alle stehen sie gerührt von der Überdosis Besinnlichkeit vor den Schaufenstern. Cellophanknistern und Billigglühwein sind es, die in dieser Zeit die Sinne betören.

Doch wegbetäubt wird, dass sich nichts ändert durch Glimmer und Gesang, durch Engelsflügel und Andacht. Wenn sie im Januar ihre weihnachtlichen Wohlstandswänstchen beweinen, sehen sie Christi Geburt in einem anderen Licht. Immerhin, die Schwangerschaftsstreifen bleiben in dem Fall wenigstens aus.

Es ist nicht der Grinch, der aus mir spricht.
Ich will euch nicht eure weihnachtliche Freude verderben, und ich neide sie euch genauso wenig. Auch will ich keine Kommerzrede halten, oder pseudomoralistischen Kram über die ungerechte Verteilung von Gütern aus globaler Sicht verzapfen.

Es ist nur eine Frau, die das falsche Grinsen und die aufgesetzte Welt derer nicht erträgt, die eben jene weihnachtliche Freude nur aus ihrem Kalender ablesen.

Habt ein Fest der Liebe! Aber nicht, weil geboren ward die Frucht Gottes imaginärer Lenden, sondern weil ihr liebt und lebt und seid. Jeden Tag.

Dann bleibt nämlich der Weihnachtskater aus, wenn alles wieder nur kalt und matschig ist, und Menschen grausam zueinander, Waage und Konto dafür zu uns.

Und wer dieses nun las und für geschwollenen Kitsch hielt, der piekse sich an jeder Tanne, spüre jedes Weihnachtsplätzchen am Druck seines Hosenknopfs, trete in lauwarme Rentierscheiße und erhalte seine Geschenke alle aus dem online-Shop von Dieter Nuhr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s